Reizdarmsyndrom mit Diarrhöe

Reizdarmsyndrom mit Diarrhöe

Reizdarmsyndrom Diarrhö-prädominant (RDS-D)

 

Bei Patient:innen mit chronischem Durchfall kann ein Reizdarmsyndrom mit Durchfall-Dominanz (diarrhö-prädominantes Reizdarmsyndrom) diagnostiziert werden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn alle organischen Darmkrankheiten ausgeschlossen sind und die klinischen Kriterien für das Reizdarmsyndrom erfüllt werden. Die Betroffenen müssen einen breiigen oder wässrigen Stuhlgang (entsprechend den Werten 6–7 auf der Bristol-Stuhlformen-Skala [BSS]) bei mehr als 25 % aller Stuhlgänge mit Symptomen aufweisen.

Eine harte oder klumpige Stuhlkonsistenz (1–2 auf der BSS) ist ebenfalls möglich, hier sollte die Verstopfung für eine RDS-D-Diagnose allerdings weniger als 25 % aller symptomatischen Stuhlformen betreffen. Für die RDS-D-Diagnose ist es wichtig, dass es nur an Tagen mit RDS-Rezidiven zu Abdominalschmerzen kommt. An Tagen ohne Schmerzen haben Patient:innen einen normalen Stuhlgang.

 

 


RDS-D-Symptome können kurz nach einer Gastroenteritis auftreten, ihre Ursachen sind dabei jedoch häufig nicht zu ermitteln. RDS-D-Patient:innen klagen oft über abdominale Blähungen, Abdominalschmerzen und veränderte Stuhlgewohnheiten.

Die Abdominalschmerzen sind intermittierend, krampfartig mit tendenzieller Lokalisation im Mittel- oder Unterbauch und oft mit dem Essen verbunden. Sie können nach dem Verzehr großer Mahlzeiten und während der Menstruation auftreten, aber auch durch Stress ausgelöst und durch Fasten oder Defäkation gelindert werden. Dabei enden die Abdominalschmerzen meist mit dem unangenehmen Gefühl, dringend auf die Toilette zu müssen. Die Stuhlgänge mit Diarrhö sind nicht berechenbar und können nach dem Schlafen sowie nach jeder Mahlzeit auftreten. Da sie manchmal nur durch einen kleinen Flatus ausgelöst werden, entwickeln viele Patient:innen Angstzustände und versuchen immer Wechselkleidung mitzutragen oder sich in Toilettennähe aufzuhalten. 

 

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 Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass RDS-D-Patient:innen den starken Drang zur Defäkation als das zweitschlimmste Symptom (nach Abdominalschmerzen) angeben. In den USA und Schweden schätzt man die Häufigkeit der Stuhlinkontinenz bei RDS-Patient:innen auf 19,7 bzw. 13,7 %. Diese kann die Lebensqualität und Arbeitsproduktivität der Betroffenen signifikant beeinflussen, was durch ein zunehmendes Schwächegefühl und Konzentrationsminderung nach der Defäkation noch verstärkt wird. Häufige Begleiterkrankungen sind funktionelle Magenbeschwerden, Angstzustände, Depressionen, chronische Migräne, interstitielle Blasenentzündung und Fibromyalgie.

 


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