Umweltfaktoren, die unsere Darmbarriere schwächen können

Umweltfaktoren, die unsere Darmbarriere schwächen können

Zu den Umweltfaktoren, die sich negativ auf die Darmbarriere auswirken können, zählen Luft- und Partikelverschmutzung (d.i. eine Mischung aus mikroskopisch kleinen Feststoffen und kleinen Tröpfchen in der Luft) Pestizide (Pflanzenschutzmittel), Lebensmittelzusatzstoffe und Medikamente.

 

 

 

Die Luftverschmutzung durch Feinstaub kann zur Verschlechterung der entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Systems führen. Sie können durch Schlucken von Luft oder von Sekreten der oberen Atemwege in den Gastrointestinaltrakt (Magen-Darm-Trakt) verlagert werden. Im Rahmen von Tierversuchen  wurden beispielsweise Mäuse einer  höheren Konzentration der Feinstaubpartikel aus Washington ausgesetzt. Es konnte gezeigt werden, dass diese Art von Stress zum Absterben von Darmepithelzellen, zur Erhöhung der entzündlichen Mediatoren (Botenstoffe), zur Verminderung des für die Darmbarriere verantwortlichen TJ-Proteins und daher  zur Darmpermeabilität führte§.

 

Zigarettenrauchen kann ebenfalls die Zusammensetzung des Darmmikrobioms, umgangssprachlich: Darmflora, beeinträchtigen. Eine Studie untersuchte das Darmmikrobiom eines aktiven Rauchers und verglich es mit dem eines Nichtrauchers. Aktive Raucher zeigten im Vergleich zu Nichtrauchern einen erhöhten Anteil von krankheitserregenden bzw. nicht darmgesunden Bakterien§. In einem Labor wurden Mäuse für 10 Wochen Zigarettenrauch ausgesetzt. Das führte zu einer massiven Störung der Dünndarmbarriere durch Erhöhung der Darmdurchlässigkeit, bakterielle Translokation und Schädigung des TJ-Proteins.





 

Pestizide wie Chlorpyrifos  (das ist ein Insektizid, das zu den am häufigsten eingesetzten Pestiziden in der US-amerikanischen Landwirtschaft gehört) führen  ebenfalls zur erhöhten Darmdurchlässigkeit und bakteriellen Translokation durch die Schädigung der körpereigenen Proteine§. Glyphosat (ein durch die Politik bekanntgewordenes Pflanzenschutzmittel) kann die Zusammensetzung der Darmmikrobiota (landläufig: Darmfloren) beeinflussen, indem es  u.a. den pH-Wert des  Darms erhöht§. Höher dosiert, kann Glyphosat nachhaltig die Darmepithelzellen schädigen§. 

 

 

 

Zur Konservierung von Lebensmitteln werden Lebensmittelzusatzstoffe zugesetzt, das sind u.a. antimikrobielle Stoffe, Antioxidantien und Süßstoffe. Diese Stoffe können tatsächlich die Integrität der Darmbarriere beeinflussen§. Man nimmt an, dass der erhöhter Verzehr von Emulgatoren in den  verarbeiteten Lebensmitteln zum verstärkten Auftreten der chronischen Darmkrankheit Morbus Crohn in Japan beigetragen hat, da Emulgatoren nachgewiesenermaßen die Darmbarriere schädigen§.

Höhere Temperaturen und  Sauerstoffmangel können offenbar auch die Integrität der Darmbarriere beeinträchtigen und  die  Translokation von schädlichen Elementen wie Antigenen, Endotoxinen (Zerfallprodukte von Bakterien) und pathogenen, krankheitserregende Bakterien begünstigen. Durch den Klimawandel  gewinnt das Phänomen ‚Hitzestress‘ an Bedeutung und tritt immer häufiger in Erscheinung. Hitzestress kann  Hyperthermie (Überwärme) und Hypoxie (Sauerstoffmangel) bewirken und die Darmgesundheit beeinträchtigen§. Intensive sportliche Belastung kann durchaus die Darmbarriere  durch erhöhte  Wärmeproduktion und Veränderung der Blutversorgung beeinträchtigen§, allerdings wäre es müßig, dies als hauptsächliche Ursache für Magen-Darm-Beschwerden anzusehen§. Zumal die positive Auswirkung von regelmäßiger Bewegung bzw. sportlicher Betätigung auf die körperliche und seelische Gesundheit nicht zu bestreiten ist.





Medikamente
 können ebenfalls die Integrität der Darmbarriere verändern. In diesem Zusammenhang müssen die Protonenpumpenhemmer (PPIs) erwähnt werden. Sie kommen zur Behandlung von regelmäßigem und stärkerem Sodbrennen zum Einsatz, können jedoch die Zusammensetzung des Darmmikrobioms hauptsächlich durch die Erhöhung des pH-Werts im Magen verändern. Durch die damit einhergehende Verminderung der Säurebarriere ist der Darmtrakt eher Infektionen und Störungen in der Vielfalt der Darmflora  ausgesetzt. 


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