Sorbit Atemtest

Bei der Sorbitintoleranz ist die Sorbit-Aufnahme im Dünndarm vollständig oder teilweise aufgehoben und wird stattdessen im Dickdarm durch Bakterien verstoffwechselt. Die während dieses Prozesses entstehenden Gase und Abfallprodukte sind zum Beispiel für folgende Verdauungsbeschwerden verantwortlich:

  • Abdominalschmerzen (Bauchschmerzen)
  • Diarrhö (Durchfall)
  • Meteorismus (Blähbauch, Blähungen)

Zöliakie und Sorbit-Atemtest

Es konnte gezeigt werden, dass alle Patient:innen mit unbehandelter Zöliakie einen positiven Sorbit-Atemtest hatten. Der Sorbit-Atemtest normalisierte sich nach der Einführung einer glutenfreien Diät in den Kontrolluntersuchungen nach 6, 12 und 18 Monaten signifikant und korrelierte mit der Verbesserung von histologischen Befunden. Als kein Zusammenhang zu den speziellen Zöliakie-Antikörpern (Antikörper gegen Endomysium) gefunden wurde, hat diese Studie den Sorbit-Atemtest als bessere, nicht-invasive Methode zur Vorhersage des positiven histologischen Ansprechens auf eine glutenfreie Diät vorgeschlagen. Der Sorbit-Atemtest war auch bei Patient:innen mit subklinischer und stiller Zöliakie mit einer Häufigkeit von 98 und 96 % positiv, wobei die maximale Konzentration und der frühere Anstieg des Wasserstoffs im Atemtest mit der Schwere der Dünndarmepithelschädigung in histologischen Biopsie-Proben korrelierte. Diese Ergebnisse können vermutlich auf andere Krankheiten übertragen werden, es lässt sich aufgrund fehlender Studienlage jedoch noch nicht prüfen.

Atemtest – einfacher Test auf Kohlenhydrat-Unverträglichkeit

Viele vermuten bereits eine Kohlenhydratunverträglichkeit, wenn sie nach dem Essen von Milchprodukten, Getreideerzeugnissen oder Obst/Gemüse regelmäßig körperliche Beschwerden haben. Häufig wird dann ein eher halbherziger Diätversuch unternommen, um die fragwürdigen Nahrungsmittel zu vermeiden. Da Kohlenhydrate sich jedoch unerkannt in vielen Lebensmitteln verstecken und auch kleinste Mengen zu Verdauungsproblemen führen können, sind die diätischen Selbstversuche oft nicht zielführend: Die scheinbaren Resultate stimmen nicht mit den tatsächlichen, medizinischen Diagnosen überein.

Der Atemtest mit einem Kohlenhydrat ist eine nicht-invasive diagnostische Methode, die den Körper nicht zusätzlich belastet. Atemtests sind sinnvoll für Reizdarm-Patient:innen und Menschen mit anhaltenden oder wiederholten gastrointestinalen Beschwerden unklarer Ursache.

Diät-Therapie bei Sorbitintoleranz

Die Polyole können einen gemeinsamen Transportweg für Darmresorption nutzen. Bei Sorbitintoleranz ist es wahrscheinlich, dass andere Polyole auch schlecht vertragen werden. Patient:innen sollten daher zuerst polyolenreiche Lebensmittel für etwa vier Wochen vermeiden. Dabei ist es wichtig, auf die Kodierungen von Polyolen in der Zutatenliste – besonders bei Fertigprodukten – zu achten. Polyole werden in der EU wie folgt gekennzeichnet: Xylitol (Xylit) E967, Maltitol (Maltit) E965, Sorbitol (Sorbit) E420, Mannitol (Mannit) E421, Erythritol (Erythrit) E968, Lactitol (Lactit) E966 und Isomaltol (Isomalt) E953.
Ein vollständiger Ausschluss von Lebensmitteln wird nicht empfohlen, daher sollten bei signifikanter Verbesserung der Symptome polyolenreiche Lebensmittel bis zu den individuellen Toleranzgrenzen wiedereingeführt werden. Für die Wiedereinführung gibt es derzeit keine standardisierten Protokolle. Basierend auf den Ergebnissen einer Arbeit kann die Toleranz wie folgt getestet werden: z. B. ¼ Avocado am ersten Tag, ½ Avocado am zweiten Tag und 1 Avocado am dritten Tag. Die zu tolerierende Dosis sollte die individuelle Toleranzgrenze widerspiegeln. Das Ziel ist dabei, dass die Patient:innen am Ende der Testphase ihre eigene individuelle Version dieser Diät längerfristig befolgen können.